WordPress Workshop: Jetzt kann uns die Welt sehen

Webseitenworkshop Nelspruit, Photo: Airi SchmidtpottVon Norbert Herrmann und Airi Schmidtpott
Viele kleine Partnerorganisationen in der Entwicklungszusammenarbeit sind noch nicht in der digitalen Welt angekommen. Insbesondere in laendlichen Gebieten ist ein Internetzugang garnicht vorhanden. Hier koennen Internetseiten weder angeschaut werden, geschweige denn erstellt werden. Zusaetzlich fehlt oft das Know-How um mit dem Internet umzugehen.

Fuer einige Organisationen kann die eigene Webseite Sinn machen

Internet ist ja auch nicht alles, nicht jede kleine und kleinste Community Based Organization (CBO) braucht einen eigenen Internetauftrifft. Fuer einige Organisationen kann die eigene Webseite aber Sinn machen. Zur internen Kommunikation zwischen den Mitarbeitern und Mitgliedern der Organisation, gleichzeitig auch fuer die externe Kommunikation , zur Ansprache von interessierten Buergerinnen und Buergern – oder fuer Geldgeber.
Airi Schmidtpott ist seit zwei Jahren Beraterin für Demokratieförderung im Bereich Zivilgesellschaft in der suedafrikanischen Provinz Mpumalanga, und unterstützt NGOs und CBOs dort sowohl inhaltlich als auch technisch. Vier von Airis Organisationen wollen ihre eigene Website. Und sie wollen nach Moeglichkeit selbst Aenderungen an ihrer Website vornehmen, ohne gleich einen teuren Auftrag an Designer und Programmierer vergeben zu muessen.
Durch einen Kontakt bei der suedafrikanischen DED-Vollversammlung 2010 konnte die Idee ausgebaut werden: Norbert Herrmann, Entwicklungshelfer im Bereich Knowledge Management, nutzt und testet seit Jahren verschiedene kostenfreie Webseiten- oder Blog-Systeme. Blogger, drupalgardes, google sites bieten sich als voellig kostenfreie Anbieter an. Und genauso wordpress.com, das Norbert Herrmann beispielsweise fuer die Unterstuetzung einer CBO in Kenia (http://taretomaa.wordpress.com/) anwendet. Zur Nutzung von wordpress.com hat Herrmann bereits in Deutschland Schulungen durchgefuehrt.
„Den kleinen Partnerorganisationen fehlt oft die finanzielle Ausstattung um grossangelegte Webseitenprojekte zu starten. Mit bestimmten Webseiten-Systemen koennen die Kosten klein gehalten werden – oder es fallen gar keine Kosten an“ so Herrmann. Kostenfreie Anbieter boeten sich als ‚kleine‘ Loesung oder als Einstieg in die digitale Welt auf alle Faelle an. Und sind in den allermeisten Faellen mehr als ausreichend fuer die Beduerfnisse von CBOs. Und warum dann nicht kleine und netz-unerfahrene Partnerorganisationen auf die Moeglichkeiten dieser kostenlosen Webseiten-Systeme aufmerksam machen. Insbesondere, wenn die Bedienung dieser Systeme relativ leicht erlernbar ist?
„Es war schon vor dem Website Workshops erkennbar, dass zwei Partnerorganisationen besonders stark an der eigenen Webseite interessiert sind. Diese beiden haben mit meiner Unterstützung vorab die Inhalte formuliert und strukturiert, die sie online setzen wollen. Auch Fotos wurden gesammelt, digitalisiert und vorbereitet“ fasst Airi Schmidtpott die Vorbereitungsanstrengungen zusammen. Eine der beiden zusaetzlich eingeladenen Organisationen hat bereits eine Webseite, die inzwischen jedoch veraltet ist. Niemand in der Organisation ist in der Lage, diese Seite zu aktualisieren. Man muesste fuer eine Aktualisierung einen teuren Spezialisten engagieren – oder man koennte vielleicht die Webseite ersetzen mit einem einfachen System. Der Workshop war fuer sie die Moeglichkeit, sich klarer zu werden was alles noetig ist, um selbst eine eigene Webseite zu erstellen und zu pflegen.
Ohne grundlegende Computerkenntnisse kann man nicht einfach loslegen, man muss wissen, wie man mit der Maus umgeht, was ein Browser ist und man sollte Interesse an dieser modernen Technik haben.

Das Community Centre in dem Township Leandra ist nun mit einer voellig kosten- und werbefreien Website im Internet vertreten: http://leandracc.wordpress.com/

Thomas Ngwenya nutzt den Computer vor allem für Textverabeitung und hat wenig weitere Erfahrungen mit der digitalen Technik. Sein erster Blick auf die Konfigurationsmoeglichkeiten fuer die wordpress-website war ernuechternd: „Man muss ja wirklich ein Computerfachmann sein, um die eigene Webseite zu erstellen.“
Mandla Mthethwa hingegen hat schon oefters im Internet gesurft. Fuer ihn war der Workshop die Moeglichkeit, nicht nur Wissen aufzunehmen sondern auch gleich anzuwenden: Er konnte seine waehrend des Workshops erstellte Webseite innerhalb der drei Stunden bereits mit vorbereiteten Texten und Bildern fuellen. Und einen Tag spaeter hat er weitergehende Funktionalitaeten des WordPress-Systems ausprobiert und das Design der Seite seinen Beduerfnissen angepasst. Das Community Centre in dem Township Leandra ist nun mit einer voellig kosten- und werbefreien Website im Internet vertreten: http://leandracc.wordpress.com/ Der Leiter des Community Centres, Zwelibanzi Hlatshwayo, war selbst beim Workshop und freut sich: „Nun können wir in unseren Projektanträgen auf die weiterführenden Informationen auf unserer Webseite hinweisen und zeigen, dass wir schon einige Erfahrungen haben und mehr können, als nur das beantragte Projekt.“ Auch das Labor der darstellenden Künste in Mpumalanga hat mit dem Worpshop ihre eigene Webseite (http://mpumalangaarts.wordpress.com/), an der immer wieder Aktualisierungen vorgenommen werden.
„Allein das Zusammenstellen der Inhalte hatte schon den wunderbaren Effekt, dass die Organisationen sich selbst nun etwas strukturierter sehen. Dass dann nach dem Workshop tatsaechlich zwei ansprechende Webseiten stehen ist natuerlich nochmal ein Erfolg“ so Airi Schmidtpott. Auch fuer Norbert Herrmann war der Workshop lehrreich: „Das Computer-Vorwissen verschiedener Teilnehmern ist auch bei Workshops in Deutschland oft sehr heterogen, aber hier in Afrika sind die Unterschiede im Vorwissen noch ausgepraegter. Das bedeutet fuer mich auch, moeglichst einfache Webseiten-Systeme zu nutzen. Zusaetzlich ist die Personal-Fluktuation innerhalb der Organisationen sehr ausgepraegt und wenn die Internet-Wissenstraeger sich verabschieden hilft es, wenn man ein einfaches System hat in dem sich auch unerfahrenere Mitarbeiter schnell zurechtfinden koennen.“ In Zukunft will Herrmann verstaerkt Ausschau halten nach kostenfreien Webseiten-Systemen, die auch bequem ueber einen mobilen Zugang ueber das Handy erreichbar sein koennen. Das Cell-Phone ist in Afrika fuer viele Menschen der Einstieg in die digitale Welt. Eine weitere seiner Ideen ist die Praesentation von Partnerorganisationen in Wikipedia, was fuer groessere Organisationen Sinn machen kann, (z.B. http://en.wikipedia.org/wiki/LoveLife_South_Africa).
Das Interesse an einer eigenen Webseite ist in vielen Organisationen weiterhin aktuell. Wenn sich weitere POs interessieren und deren Mitarbeiter auch einen kleinen Internet-Hintergrund besitzen, dann wird dies ganz gewiss nicht die letzte Webseiten-Werkstatt gewesen sein. Airi hat inzwischen einen kleinen Guide erstellt mit der Erklaerung der wichtigsten WordPress-Funktionalitaeten. Die Partnerorganisationen nutzen diesen Ausdruck lieber als online im wordpress-Handbuch zu suchen.
Neben dem anfangs erwaehnten Mehrwert einer Webseite fuer die interne und externe Kommunikation bringt so ein Workshop auch den von Airi Schmidtpott registrierten strukturierenden Effekt fuer die Organisation. Ein weiteres Argument fuer die eigene Webseite ist, dass sich die Organisationen damit mehr als Teil der groesseren Weltgemeinschaft fuehlen. Zwelibanzi Hlatshwayo formulierte das fuer sein Community Centre in Leandra ganz einfach: „Mit Hilfe des DED kann uns die Welt jetzt sehen.“
Hilfreiche links:
http://wordpress.com kostenfreier Website Anbieter
http://drupalgardens.com kostenfreier Website Anbieter
http://blogger.com kostenfreier Website Anbieter
http://sites.google.com kostenfreier Website Anbieter
http://en.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Starting_an_article Hinweise zum Erstellen von Wikipedia Artikeln
und http://learnersgarden.com/ eine Uebersicht hilfreicher Internet-Tools Anbieter

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